Zum Nachdenken

Till Eulenspiegel ging eines schönen Tages mit seinem Bündel an Habseligkeiten zu Fuß zur nächsten Stadt. Auf einmal hörte er, wie sich schnell Hufgeräusche näherten und eine Kutsche hielt neben ihm.

Der Kutscher hatte es sehr eilig und rief:

"Sag schnell, wie weit ist es bis zur nächsten Stadt?"

 

Till Eulenspiegel antwortete: "Wenn Ihr langsam fahrt, dauert es eine halbe Stunde. Fahrt Ihr schnell, so dauert es zwei Stunden, mein Herr."

 

"Du Narr" schimpfte der Kutscher und trieb seine Pferde zu einem schnellen Galopp an und die Kutsche entschwand Eulenspiegels Blick.

Till Eulenspiegel ging gemächlich seines Weges auf der Straße, die viele Schlaglöcher hatte.

Nach etwa einer Stunde sah er nach einer Kurve eine Kutsche im Graben liegen. Die Vorderachse war gebrochen und es war just der Kutscher von vorhin, der sich fluchend daran machte, die Kutsche wieder zu reparieren.

Der Kutscher bedachte Till Eulenspiegel mit einem bösen Blick, worauf dieser nur sagte:

"Ich sagte es doch: Wenn Ihr langsam fahrt, eine halbe Stunde."

(Lothar J.Seiwert:"Wenn du es eilig hast, gehe langsam")


Die Geschichte vom gelassenen Bauer

In einem chinesischen Dorf lebte ein Bauer, der ein prächtiges Pferd besaß.

Alle beneideten ihn um dieses Pferd. Wenn sie ihn trafen sagten Sie zu ihm: "Was hast Du für ein Glück mit diesem Pferd."

Doch der Bauer antwortete gelassen: "Ob es Glück ist? Wer weiß es?"
Eines Tages lief ihm das Pferd davon. Nun kamen die Menschen im Dorf und sprachen ihr Mitleid aus:

"Was hast Du für ein Pech." Doch der Bauer antwortete gelassen:

"Pech oder Glück? Gut oder schelcht? Wer weiß es?".
Einige Tage später war das Pferd plötzlich wieder da. Mit ihm im Gefolge kamen drei Wildpferde.

Die Dorfbewohner rieben sich die Augen und waren sehr verwundert: "Was hast Du für ein Glück!".

 

Wieder antwortete der Bauer: "Pech oder Glück? Gut oder schelcht? Wer weiß es?".
Der Bauer hatte auch einen Sohn und dieser versuchte am nächsten Tag eines der Wildpferde zu reiten. Doch dieses warf ihn ab und dabei brach sich der Sohn ein Bein.

Die mitfühlenden Dorfbewohner spendeten abermals ihr Mitleid: "Was hast Du für ein Pech. Jetzt kann Dir Dein Sohn nicht bei den Feldarbeiten helfen und Du musst ganz alleine alles schaffen." Doch der Bauer erwiderte nur: "Pech oder Glück? Gut oder schlecht? Wer weiß es?".
Am nächsten Morgen kamen die Soldaten des Kaisers ins Dorf. Sie rekrutierten junge gesunde Männer für die Armee, die für den Kaiser in den Krieg ziehen sollte. Als sie den Sohn des Bauern mit seinem gebrochenen Bein sahen, ließen sie ihn im Dorf zurück.

Die anderen jungen Männer des Dorfes mussten mit den Soldaten in den Krieg ziehen und kamen nie wieder zurück.


Lass dir aus dem Wasser helfen, sonst wirst du ertrinken“, sagte der freundliche Affe

 

und setzte den Fisch behutsam auf den Baum. (K. Biedermann)


Vergebung

 

 

Bibeltext:

 

Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte ihn:

»Herr, wenn mein Bruder oder meine Schwester an mir schuldig wird, wie oft muss ich ihnen verzeihen? Siebenmal?

 

« Jesus antwortete: »Nein, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!« Matthäus 18,21-22 

 

 

Wer aus Unwissenheit oder absichtlich mit Gedanken, Worten oder Werken die Harmonie stört, wird dafür mit allen möglichen Formen von Zwietracht, Einschränkung und Leid (auch körperlich) komfrontiert.

Dann wirkt das Gesetz der Resonanz, oder Ursache und Wirkung.

Die Art und Weise wie wir den Mitmenschen gegenüber denken, fühlen und handeln, bestimmt letztlich die Qualität unseres Lebens. Ist ein Mensch von Haß, Neid oder anderen negativen, gestörten Gefühlen beherrscht, lebt er im Widerspruch zu Harmonie.

Das in Ihm vorherrschende Unglück liebt Gesellschaft.

Wer anderen vergibt, beweist nicht seinen Großmut, sondern handelt letztlich im eigenen Interesse, denn der waise Mensch erkennt: Was man dem anderen wünscht, wünscht man ja in der Tat sich selbst. Ohne Vergebung keine Genesung!

 

Wir können jederzeit anfangen wahrhaftig zu verzeihen oder um Verzeihung zu bitten, um wieder den ursprünglichen und harmonisch-friedlichen Zustand herzustellen. Wir haben immer die Wahl.

Wir haben die Macht der Entscheidung!